Heilbronner Friedensrat

1983 hat sich der Heilbronner Friedensrat im Zuge der Nachrüstungsdebatte aus verschiedenen Friedensgruppen heraus mit der Kernaufgabe gegründet, die Pershing-Raketen auf der Waldheide am Heilbronner Stadtrand wegzubekommen. Ein Sonderzug nach Bonn mit 1.200 Teilnehmern und die Mitorganisation von "Heilbronner Begegnungen" der Berliner Akademie der Künste waren herausragende Aktionen, die von einer großen Zahl von Aktiven getragen wurden. Das Ziel, die Raketen abzubauen, hatte sich in ganz Heilbronn und Umgebung durchgesetzt.

Heute besteht der Heilbronner Friedensrat aus einem Kreis von etwa 20 Aktiven, deren Ziel ist, gegen Krieg und für die Lösung von Konflikten mit friedlichen Mitteln einzutreten. Trotz der Erkenntnis, dass es sehr viel schwieriger ist, gegen Krieg und Gewalt in der Ferne einzutreten, als eine Bedrohung in der Nähe zu thematisieren, sind die Mitglieder des Friedensrats entschlossen, mit langem Atem Friedensarbeit zu leisten.

Stand: Januar 2018

 

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Heilbronner Friedensrat, c/o Alfred Huber, Winzerstr. 32, 74074 Heilbronn, 19. Januar 2018

An Martin Schulz, Parteivorsitzender SPD,
Andrea Nahles, Vors. SPD-Bundestagsfraktion
Josip Juratovic, SPD-MdB Wahlkreis Heilbronn


Kein WEITER SO!


Liebe Genossinnen und Genossen,


die Themen um Krieg und Frieden sind dem Ergebnis der Sondierungsgespräche zufolge bei den Verhandlungen nachrangig behandelt worden. Falls es zu Koalitionsverhandlungen kommt, fordern wir Sozialdemokraten im Heilbronner Friedensrat nachfolgende Punkte in den Vertrag mit aufzunehmen:


• Der Anspruch der NATO, die Ausgaben für das Militär um 2 % jährlich zu steigern bedeutet ein „weiter so“ in der weltweiten Rüstungsspirale. Stattdessen ist in der gegenwärtigen Lage der Welt Entspannung und Abrüstung notwendig, d. h. die Rüstungsausgaben dürfen nicht weiter steigen.
• Gegenüber Russland und anderen Staaten im Osten Europas muss, wie zu Zeiten Willy Brandts der friedliche Ausgleich der Interessen und freundschaftliche Beziehungen das Ziel der Politik sein, kein „Säbelrasseln“!
• Künftig Rüstungsausfuhren nach Staaten wie Saudi Arabien zu verweigern ist angesichts der Bombardierungen Jemens kein Fortschritt, sondern hätte längst schon geschehen müssen. Nur ein generelles und anhaltendes Ausfuhrverbot aus Deutschland bzw. von deutschen Unternehmen in Krisengebiete kann das Töten mit deutschen Waffen verhindern.
• Die in Büchel, Rheinland-Pfalz, einsatzbereiten US-Atombomben aus Deutschland abziehen, forderte Martin Schulz im Wahlkampf. Für eine neue Koalition muss diese prägnante Formulierung gelten.
• Wie oft wurde der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan schon verlängert, wie viele Jahre herrscht dort Krieg und Zerstörung? Wir fordern Unterstützung Afghanistans in Bildung und Landwirtschaft, anstelle von Militäreinsätzen.


Mit sozialdemokratischen Grüßen und Dank im Voraus für Eure Antwort

(Unterschriften der SPD-Mitglieder im Friedensrat und weiterer Mitglieder auf den Schreiben an die Empfänger)